25. Juni 2020

Emotionale Gesundheit – was ist das?

Die offizielle Definition:
Wenn man seine Emotionen und Reaktionen unter Kontrolle hat.
Wer bitte hat das?

Meine persönliche Definition:
Die Bewusstheit, meine Gedanken und Emotionen als innere Reaktionen auf die Ereignisse um mich herum, äußere Umstände und das Verhalten anderer Menschen,
so wahrnehmen zu können, dass ich meine darauffolgenden tatsächlichen Reaktionen nach Außen unter Kontrolle habe.

Denn das ist was wir Leben nennen:
Eine Folge von Situationen, in denen um mich herum Dinge geschehen, Ereignisse eintreten, Menschen Dinge tun auf die ich reagiere.
Und nachdem wir – und das ist unbestritten – keinen Einfluss haben auf die äußeren Umstände und das Verhalten anderer Menschen, sind wir diesen Dingen auf gewisse Weise ausgeliefert.
Das Einzige was wir in der Hand haben sind unsere Reaktionen darauf.


Was bedeutet „Emotionale Gesundheit“ für unser Leben?
Wenn es eine emotionale Gesundheit gibt muss es doch auch eine „Ungesundheit“ geben – ähnlich wie bei der physischen Gesundheit die Krankheit.
Die gibt es, und wir alle kennen die Anzeichen – Probleme!
Wir haben mit bestimmten Situationen, bestimmten Menschen und in bestimmten Bereichen in unseres Lebens Probleme.
Situationen, die sich nicht gut anfühlen und für die wir uns eine Lösung wünschen, die die Situation so verändert, dass wir uns wieder wohlfühlen. Wenn wir über
längere Zeit keine entsprechende Lösung finden erleben wir uns dieser Situation gegenüber hilf los, Rat los und im schlimmsten Fall verzweifelt.
Mögliche Folgen sind Resignation – zeigt sich in Depression, Suchtverhalten, chronischer Unzufriedenheit- Wut, Aggression, Gewalt gegen uns oder gegen andere, Kurzschlussreaktionen, d.h. Aktionen , die wir nicht kontrolliert ausführen, sondern spontan ohne zu überlegen, die manchmal verheerende Folgen haben, die wir hinterher bereuen und die Sache meistens nur noch schlimmer machen. Unter diesen Aspekten bekommt der Begriff der emotionalen Gesundheit seine Bedeutung.
Als emotional gesunder Mensch bin ich mir meiner Emotionen und Gedanken als Reaktion auf das was um mich herum passiert bewusst, habe sie unter Kontrolle und habe meine darauffolgenden Reaktionen nach außen „im Griff“.


Das bedeutet:
Ich weiß was ich tue, ich bin einverstanden mit meinem Handeln, bin zufrieden, die Situation fühlt sich für mich gut an – und das ist das Ziel: Wohlfühlen!
Die Auswirkung:
Ich bin zufrieden, ruhig, friedlich, ausgeglichen und emotional autark.
Das heißt, ICH entscheide was ich denke und wie ich mich fühle und das was ich tue stimmt mit meiner tiefsten inneren Überzeugung, mit meinem „wahren“ Ich überein.
Das bedeutet auch, in Bezug auf meine Zufriedenheit bin ich unabhängig von äußeren Umständen und anderen Menschen.

DAS ist für mich emotionale Gesundheit, in meiner Mitte sein, wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind!
DAS ist mich das Wichtigste das jeder Einzelne für sich und für uns als Gemeinschaft tun kann.

Wenn ich um zufrieden zu sein, andere Menschen oder bestimmte Umstände brauche macht mich das Zeit meines Lebens davon abhängig, dass sie bestimmte Bedingungen erfüllen.
Gut wenn es so ist, aber was, wenn nicht?
Wenn die Umstände nicht so sind wie ich es mir vorstelle, wenn die Menschen in meinem Leben nicht so sind wie ich sie gerne hätte?
Denn eines ist unumstritten – ich kann andere Menschen nicht zwingen so zu sein wie ich sie gerne hätte, jeder der das schon versucht hat kann das bestätigen, und auf äußere Umstände haben wir auch nur begrenzten Einfluss.

Der Begriff der „Emotionalen Gesundheit“ erlaubt folgende Betrachtungsweise des Menschen:
Es gibt die Physische Gesundheit – der Zustand unseres Körpers, unseres „Äußeren“ – sichtbar und spürbar mit unseren Sinnen: riechen, schmecken, hören, sehen und spüren.
Wie unser Körper aufgebaut ist, wie er funktioniert, das Zusammenspiel unseres Organismus, gesund oder krank, Krankheitssymptome – wir wissen um diese Dinge, weil es für uns sichtbar und greifbar ist.

Und es gibt die Emotionale Gesundheit – der Zustand unseres „Inneren Erlebens“ – unsere Gedanken und Emotionen, denken und fühlen – nicht sichtbar aber, da wird mir niemand widersprechen, vorhanden.
Von unserem „Inneren“ kennen wir mit Sicherheit nur die Auswirkungen und Ergebnisse, das was für uns sichtbar und wahrnehmbar ist. Das ist unser Denken,
Fühlen und Handeln.
Und wenn sich das nicht gut anfühlt suchen wir andere Möglichkeiten was unsere Reaktionen und unser Handeln betrifft, probieren aus was andere Menschen in so einer Situation tun.
Manchmal funktioniert das für uns, manchmal nicht.
Alles sehr unsicher und zufällig.
Wenn ich die Ursache meiner Probleme finden kann, weil ich weiß wo ich suchen muss und verstehe, dass einzig und allein ich die Verantwortung dafür trage, dann bin auch ich der Einzige, der die passende Lösung finden kann!

Das macht mich unabhängig und autark was meine Probleme und meine Zufriedenheit betrifft!
Meiner Meinung nach, die beste Art sein Leben zu führen!
Wollen nicht brauchen!

Damit beschäftigt sich die Arbeit um die emotionale Gesundheit, das Verständnis um unsere inneren „Abläufe“, das Zusammenspiel von Denken, Fühlen, Handeln – die Arbeit mit dem inneren System und die Fragen:
Warum ist mein Leben wie es ist? Warum denke, fühle und reagiere ich wie ich es tue und worauf habe ich wirklich Einfluss?
Was sind die Ursachen für meine Probleme und wie und wo finde ich, bewusst und mit Absicht, Lösungen die funktionieren?

Wenn Dich das interessiert -dann bis bald.


Alles Liebe, Sabine

Sabine Winkle Juni 2020

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