07. Juli 2020

Probleme – unsere unerkannten Chancen

Wer kennt das nicht – Situationen, die uns belasten, uns unglücklich und unzufrieden machen, und das gefühlt schon ein Leben lang.
Unsere Beziehung macht uns nicht glücklich, wir sind zu dick, trinken oder rauchen zu viel, kommen mit den Nachbarn oder Kollegen nicht klar, fühlen uns von unserem
Chef ungerecht behandelt…….
Und immer wenn wir etwas verändert, etwas anders machen ist es „ganz toll“:

  • die neuen Nachbarn sind freundlich und wir verstehen uns (endlich) gut
  • endlich habe ich mein Wunschgewicht erreicht
  • ich habe aufgehört zu rauchen
  • der neue Partner ist der Richtige

Aber irgendwann ohne dass wir wissen warum, ist alles wieder wie vorher.
Für manche Probleme scheint es keine dauerhaft funktionierende Lösung zu geben.

WARUM?
Weil wir menschlich sind. Ein mit seiner Wahrnehmung aus guten Gründen nach Außen gerichtetes Lebewesen, dessen Überleben davon abhängt, dass es mit
seinen 5 Sinnen ununterbrochen die Umgebung nach möglichen Bedrohungen absucht.
So gehen wir auch mit Dingen um die uns offensichtlich den Weg versperren oder uns unwohl fühlen lassen, wir agieren im Außen, wir räumen weg oder wir flüchten. Das Wichtigste in unserem täglichen Überlebens-Kampf, unsere Aufmerksamkeit liegt auf Dingen die körperlich, sichtbar, mit unseren 5 Sinnen (be-)greifbar sind. Und so betrachten wir unsere Probleme auch.

Als offensichtlich sicht- und spürbare Problemsituationen mit uns selbst und anderen Menschen oder äußeren Umständen:

  • zu dick
  • pleite
  • doofe Kollegen
  • langweiliger Job
  • Partner, der uns vernachlässigt

Die Liste ist lang.


Für diese „Zustände“ suchen wir Lösungen im sichtbaren (be)greifbaren Bereich – im Außen- da glauben wir, dass die Ursache liegt, da sehen und spüren wir das
Problem.

Aber das stimmt nicht.
Ich nenne Probleme die Krankheitszeichen unseres inneren Systems. Basierend auf dieser These sind Probleme Symptome. Sichtbare Anzeichen einer für uns nicht sichtbaren Ursache.

Vergleichen wir es ganz einfach mit dem was wir alle kennen. Körperliche Schmerzen oder erkennbare Entzündungen auf der Haut. Wenn die Ursache dafür in unserem Körper zu finden ist, dann können wir Schmerzmittel und Salben verwenden sooft wir wollen, die Ursache bleibt und die Symptome kommen, nach zeitweiser, anfänglicher Besserung immer wieder.
So ist es auch mit Problemen.
Was wir sehen und wahrnehmen ist das Ergebnis einer für uns nicht sichtbaren Ursache.
Erschwert wird das Ganze durch den spontanen Widerstand den wir gegenüber unangenehmen Situationen und Umständen haben.
Ganz instinktiv gehen wir in Abwehrhaltung und verhindern dadurch, dass wir uns etwas zuwenden und uns damit beschäftigen.

Wir wollen es nicht haben!
Und unsere instinktive Reaktion darauf ist – das muss weg!
So gibt es 2 Lösungsmöglichkeiten:

  • „Es“ geht oder
  • Ich gehe….

Das kennen wir:

  • die 10 kg müssen runter
  • ich trenne mich
  • neuer Job
  • neue Nachbarn
  • oder ich ziehe mich zurück, werde unzufriedener, wütend, hilflos, ratlos, aggressiv….


Dabei ist es eigentlich ganz einfach, wenn man mit Absicht die Dinge mal ganz anders betrachtet.
Wenn unser Problem „P“ ein Ergebnis ist muss es etwas davor geben das zu diesem Ergebnis führt.
Und das ist eine Situation S und unsere darauffolgende Reaktion R.

Daraus resultiert folgende Gleichung:

S + R = P


Betrachten wir die Eigenschaften der Komponenten genauer:

  1. Die Situation S ist etwas im Außen, äußere Umstände oder ein anderer Mensch. Etwas worauf ich keinen Einfluss habe
  2. Die Reaktion R kommt von mir, ich reagiere, darauf sollte ich Einfluss haben.
  3. Das Ergebnis, die Situation die entsteht, fällt uns gar nicht weiter auf wenn sie angenehm oder unauffällig ausfällt. Entsteht aber eine Situation die sich
    unangenehm anfühlt oder negative Empfindungen wie Ärger oder Traurigkeit auslöst, dann werden wir aufmerksam, das nehmen wir wahr, das wollen wir
    so nicht haben. Wir haben ein Problem P.

Das Entscheidende ist, dass bis zu dem Moment wenn wir die negativen Empfindungen wahrnehmen, alles andere davor unbewusst und automatisch abläuft.
Das kommt daher, dass wir für bestimmte Situationen bestimmte Glaubens- und Verhaltensmuster angelegt haben. Diese arbeiten so schnell und automatisch, dass
es sich unserem Bewusstsein entzieht.

Wichtig ist:     S + R - unbewusst     P – bewusst


Das bedeutet wir suchen eine Lösung für ein Resultat, das an sich schon eine nicht funktionierende Lösung für eine uns nicht bewusste Situation ist.
Erinnere Dich an die Schmerzmittel, das funktioniert nicht auf Dauer.
Was können wir tun?
Wir ändern die Richtung! Wir gehen nicht vorwärts, wir kommen von hinten!

Sabine

Sabine Winkle 06.2020

Zurück